Der siebente Tag, Mittwoch

Ein echter Faulenzertag! Angesichts des stürmigen, teils regnerischen Wetters (es gab sogar einen Hagelschauer trotz >20 Grad Außentemperatur) war das aber ganz passend. Also ausschlafen, frühstücken, Nachmittagsschläfchen, einkaufen, drei Stunden ausgiebig mit Freunden kochen und essen und nochmal ausruhen vor dem abendlichen Ausflug haben den Tag gefüllt.

Wir gingen nochmal ins La Viruta. Was für ein Kontrast zu der Party-artigen Stimmung am Samstag! Wir kamen gegen Mitternacht an, niemand empfing uns um Eintritt zu kassieren oder uns zu platzieren. Als wir etwas unentschlossen zwischen den Tischen standen, erbarmte sich aber eine Kellnerin, uns einen Tisch vorzuschlagen, der dicht an der Tanzfläche stand. Ich freute mich kurz, dass wir diesmal nicht mehr in der hintersten (dritten) Tischreihe sitzen mussten, sondern in die zweite Tischreihe „hochgestuft“ wurden. Ha, wie albern! Nur jeder fünfte Tisch war überhaupt besetzt und auf der Tanzfläche fühlte man sich anfangs schon ganz schön zur Schau gestellt. Nach einer Weile kamen noch ein paar weitere Besucher, aber es erreichte gerade mal die Fülle, dass es sich nicht mehr leer anfüllte, sondern wie in der Anfangsphase einer Milonga, in der man noch viel Platz zum Tanzen hat, aber weiß, dass es in einer Stunde knackevoll sein wird. Nur dass es nie voll wurde. Es blieb etwa so, dass die Hälfte der Tische besetzt war. Die Tänzer tanzten größtenteils nur mit dem Partner und wechselten so gut wie gar nicht durch. Die Musik kam überraschenderweise auch aus der Konserve, ein DJ war jedenfalls weit und breit nicht zu sehen und es gab zwar Tandas, aber keine Cortinas.

Wir vermuten, dass es weniger eine Milonga als eine Art freie Übungszeit nach den vorherigen Unterrichtsstunden sein sollte. Im Laufe des Abends hielt sich die Zahl der Leute, die gingen und kamen die Waage. Ab ca. 2 Uhr fiel auf, dass vermehrt sehr fortgeschrittene Tänzer ein paar Runden drehten, aber auch hier ohne groß Partner zu wechseln. Da zudem die Klimaanlage unverhältnismäßig stark eingestellt war, gingen wir relativ früh wieder nach Hause. Trotzdem fand ich es interessant, mal mit eigenen Augen zu sehen, wie krass unterschiedlich die Atmosphäre an derselben Location an verschiedenen Abenden bei verschiedenen Veranstaltern sein kann. Man hört es hier oft, aber so richtig glaubt man es erst, wenn man es selbst mal erlebt hat.